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Kult um die Ex-Motown Stars Diana Ross und den Supremes

No wind, no rain“ und Wetter-Pech konnten Diana Ross am 21. Juli 1983 von einem pophistorischen Event stoppen. Ihr damaliges Umsonst-Live-Konzert im New Yorker Central Park sieht die Motown-Diva heute als absolutes Highlight ihrer langen aufregenden Karriere.

Rund eine halbe Million Menschen sind gekommen, um sie zu sehen. “Der gesamte Park war eine Wand aus Menschen“, erinnert sich Ross. Beim sechsten Song: “Reach Out And Touch (Somebody´s Hand)“ verdüstert sich der Himmel. Eine Windbö erfasst ihre lange Tunika, das Haar weht horizontal nach hinten. Monsunartiger Regen bricht aus. Es gibt ein Handgemenge, Gedrängel.

Foto: Universal Music

Diana Ross versucht die Menge zu beruhigen. Auf der Bühnen-Rampe steht sie da wie Wonder Woman. “It took me a lifetime to get here and I´m not going anywhere. Habt ihr Angst vor dem Regen?“, ruft die wetterfeste R&B-Königin ins Publikum.

Aus Sicherheitsgründen wird der Auftritt einige Songs später doch abgebrochen. Bevor sie abtritt, verspricht Ross ihren Fans, am nächsten Tag wiederzukommen. Die Sonne scheint am 22. Juli 1983. Mit “I´m Coming Out“ erscheint die 1,64 große Diva auf der Bühne und legt dann eine Show der Superlative hin.

Bisher unveröffentlicht auf DVD, erscheinen im Mai 2012 zum ersten Mal beide diese epochalen Central Park-Konzerte der Soul-Legende Diana Ross, im Originalformat und Dolby Digital-Sound, auf der neuen rund 160-minütigen DVD “Live In Central Park“, die auch digital als eVideo erhältlich ist.

Die insgesamt 30 Songs beider Konzerte (mit diversen Dopplungen) bilden einen Querschnitt durch Ross´ Karriere von 1964 bis 1983. Von Supremes-Hits wie “Baby Love“ über ihre Version von “Ain´t No Mountain High Enough“, das von Nile Rodgers (Chic) produzierte “I´m Coming Out“ aus Dianas 1980er-Über-Album “diana“ und den 1981 veröffentlichten Retro-Hit “Why Do Fools Fall In Love“ bis hin zu einer Kurzversion des damals frisch veröffentlichten Kultsongs “Beat It“ (auf dem Lady Diana die Hüllen fallen lässt) ihres lebenslangen Protegées Michael Jackson übergehend in das von Michael für Diana geschriebene “Muscles“. Bestgelaunte Big-Apple-B-Boys im Publikum lassen sich da nicht lange bitten und die Muskeln spielen. Sie ist und bleibt der größte R&B-Star aller Zeiten!

www.dianaross.de

The Copacabana, kurz: The Copa – nicht der Strand im Süden Rio de Janeiros –
sondern der 1940 gegründete New Yorker Nachtclub, den jeder Filmfan aus “Tootsie“, “The French Connection“ oder “Goodfellas“ kennt, galt zum Karrierebeginn der Supremes (Jahre vor Barry Manilow) als Inbegriff von Glamour und Stil. Wer hier auftrat, hatte es geschafft. Als einer der ersten Clubs in den USA hob The Copa die Rassentrennung auf und öffnete den Vorhang für Harry Belafonte, Sammy Davis Jr. und Sam Cooke.

Foto: Universal Music

Auftritte im Copa passten perfekt in die Strategie von Motown-Chef Berry Gordy, der 1965 die Supremes vom reinen R&B-Act in den (weißen) Pop-Mainstream Amerikas führen wollte. Akribisch wurde an Outfit, Setliste und Performance herumgefeilt und geprobt.

Das Repertoire war eklektisch. Neben dem frühen Hit-Triumvirat aus “Baby Love“, “Back In My Arms Again“, und “Stop! In The Name Of Love“ holten Showtitel á la “Put On A Happy Face“ und “Somewhere“ (aus “West Side Story“) die Copa-Stammgäste ab, ebenso der Swing-Schwofer “You´re Nobody ´Til Somebody Loves You“, gleichfalls ein Cover des 1964er-Bossa Nova-Hits “The Boy {statt Girl} From Ipanema“ wie auch ein Soul-Medley vom Copa-Favoriten Sam Cooke.

Da Gordy die Akustik des Clubs nicht kongenial mit dem Motown-Sound fand, ließ er jedoch die Live-Mitschnitte des Engagements nachbearbeiten. Note für Note musste Diana Ross im Detroiter Hitsville-USA-Studio ihre Live-Leadvocals übersingen. Die ab Mai 2012 erhältliche Deluxe-Neuveröffentlichung des einzigen Live-Albums der Supremes in der Originalbesetzung mit Florence Ballard bringt “The Supremes At The Copa“ auf 2 CDs mit 46 Tracks – 31 davon bisher unveröffentlicht!

http://de.wikipedia.org/wiki/The_Supremes

Universal Music


Post Author: MMagazin

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