Neues Album mit A LIFE, A SONG, A CIGARETTE

(MMB-intern) – inen Sommer lang haben die 5 Burschen die Ärmel hoch gekrempelt um einen leer stehenden Handwerksladen in Wien Ottakring in ihr ganz eigenes Studio umzuwandeln. Nach der Arbeit am vergangenen Album mit Posies-Legende Ken Stringfellow lag ihnen dieses Mal ein größtes Maß an künstlerischer Unabhängigkeit am Herzen.

Foto: (c) Andreas Jakwerth

Offiziell gefeiert und vorgestellt wird das Werk im Rahmen einer Party am 12.10. im Wiener Rhiz bei freiem Eintritt. Nach dem gemeinsamen Konzert im Wiener Stadtsaal im Mai haben ALASAC nun Nino eingeladen seine Lieblingsstücke von “Tideland” und womöglich noch die eine oder andere Nummer zu spielen. Anschließend legt das ALSASC DJ Team noch selbst Hand an die Plattenspieler. Eintritt frei.

Album Präsentationsparty: “Der Nino aus Wien spüd Tideland” 12.10.2012 Rhiz, Wien

Vier Jahre ist es her, dass die Wiener Band A LIFE, A SONG, A CIGARETTE ihr zweites Album „Black Air“ veröffentlicht hat, bereits ihr Debüt „Fresh Kills Landfill“ ließ 2006 aufhorchen. Die fünf Musiker von ALASAC, die heute ein Altersspektrum von 26 bis 41 Jahren abdecken und dennoch so herzhaft wie selbstverständlich mit dem Begriff „die Bandbuben“ kokettieren, folgen ihrem eigenen untrüglichen künstlerischen Kompass, der synchron mit ihrer eigenen Zeitrechnung funktioniert.

„Wir sind keine Band, bei der eine Probe ist, wie ins Büro zu gehen“, sagt Gitarrist Hannes Wirth. „Wir konnten mit „Black Air“ relativ viel und relativ lange live spielen“, ergänzt Sänger und Gitarrist Stephan Stanzel, dessen Songs und Lyrics im Herzen der ALASAC-Experience stehen und diese immer wieder ankicken. Live zu spielen ist dabei eine der obersten Prioritäten dieser Band. Egal, ob vor vollem Haus in Wien, vor sieben Menschen in Hamburg oder beim Exit-Festival in Belgrad. Ein Erlebnis, das sich in den Lyrics von „Tideland“, dem Titelsong des neuen Albums wiederfindet: „Belgrade I love you“ (gefolgt von einem mehr als charmanten „mais Vienne, je t´adore“). Überhaupt, die „War Stories“, die ALASAC er zählen könn(t)en werden einer Zeile wie „we had our daydreams and rock´n´roll“, die Stephan in „Desert Spoon Blues“, einem der stärksten der elf neuen Stücke singt, mehr als gerecht.

Stanzel hat sich dabei als Songwriter und Texter in den letzten Jahren gewaltig entwickelt, ist aber (zum Glück!) immer noch der oft desperate, oft euphorische, immer ungeschützte Chronist seines eigenen Lebens und Liebens, Verzweifelns und Triumphierens geblieben. Der sich (nicht nur) mit „Let The One You Love (Know The Truth)“ weiter aufmacht als je zuvor. „Die Texte der auf „Tideland“ versammelten Songs sind reflektierter als früheres Material“, merkt Bassist Martin Knobloch an, transzendieren die „Leiden des jungen S.“ deutlich in Richtung gewachsener, vielschichtig lesbarer Poplyrik, die den Hörer_innen Raum lässt, nachzudenken und nachzufühlen, wie es denn etwa um die „bad seeds“ und „demons“ in ihren eigenen Leben tatsächlich bestellt ist, die sowohl im Opener „Bad Seed“, als auch im erstaunlichen, heftigen Abschluss „The Rules Of Engagement“ ihre emotional fordernden Häupter recken.

Parallel dazu sind A LIFE, A SONG, A CIGARETTE musikalisch gewachsen. Zwischen den Grundideen Stanzels (wobei die Musik von „Old Wounds“ auf einem Riff von Schlagzeuger Daniel Grailach basiert, der auf der Gitarre durchaus seinen Weg findet) und dem, was Grailach –Knobloch – Lauermann – Stanzel – Wirth daraus machen, passiert die leidenschaftliche Arbeit, die sie 2012 mehr denn je als Band definiert.

„So einen Poser-Rock wie „Bad Seed“ hätten wir uns früher nicht zugetraut“, meint Knobloch lachend. Wobei seine leicht disrespektierliche Definition des Stücks die Hingabe und Begeisterung an und für die eigene Musik nicht wirklich kaschieren kann – oder will.

Nicht wenig Arbeit hat das Quintett in den Aufbau der Tonkombüse gesteckt, ein Studio, das ALASAC seither als künstlerisches und organisatorisches Hauptquartier dient. Hier haben sie im Winter 2011/2012 „Tideland“ mit (Mit-)Eigentümer und Produzent Philipp Staufer aufgenommen und gemischt. Dessen Produzentenrolle war deutlich anders definiert als die von Ken Stringfellow beim Vorgänger. A LIFE, A SONG, A CIGARETTE waren beim ganzen Prozess „hands on“, hatten klare Vorstellungen davon, wie sie das Material, das sie zu 2/3 zuvor in einem leerstehenden Gasthaus in Kärnten erarbeitet haben, umsetzen wollten. Bis auf Cello-Overdubs und die Stimme wurde das meiste gemeinsam live eingespielt.

Die Band hat damit endgültig die Zäsur überwunden, die der Ausstieg von Gründungsmitglied Philipp Karas bedeutete und nicht zuletzt den Raum für Lukas Lauermanns Cello und den eigenen Sound gültig und nachhaltig neu definiert. A LIFE, A SONG, A CIGARETTE werden unweigerlich dem medial gerne beschworenen „Wiener Ding“ zugerechnet, nicht zuletzt, weil die Musiker der Band in diversen anderen Konstellationen zu hören sind. „Tideland“ ist ganz unabhängig davon ein eindrucksvolles Statement, das ihrem Bandcharakter mit all seinen Facetten in einer aufregenden atmosphärischen Dichte gerecht wird. Musikalisch haben sie sich dabei von jeher an der „Cosmic American Music“ eines Gram Parsons orientiert und bei aller Verbundenheit und Zeitgenossenschaft zu Indie-Geistern wie Conor Oberst und Vergleichbaren aus einer Haltung, in der (viel) Musikmachen und (viel) Musikhören unweigerlich Hand in Hand gehen längst ihren eigenen, unverkennbaren Stil gefunden.

„Easy“, der Single-Vorbote des Albums mag seine ersten Takte bewusst oder unbewusst von Neil Youngs „Alabama“ geborgt haben, besonders macht ihn das, was A LIFE, A SONG, A CIGARETTE dann weiter daraus machen. So wie der Appeal eines Songs wie „Ginger“ universell ist oder es schlicht wunderbar und großartig ist, dass „(Comes A Time You´re Feeling) Low“ wie ein Wie nerlied anhebt und uns dann ganz woanders hinführt.
Dieses Tideland ist verdammt fruchtbar.

Siluh Records
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